„Demokratie leben“: Kreistag beschließt Weiterführung des Bundesprogramms
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Das Programm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ wird im Rhein-Kreis Neuss fortgeführt. Das hat jetzt der Kreistag einstimmig beschlossen. Seit 2015 setzt das Kommunale Integrationszentrum (KI) Rhein-Kreis Neuss das Bundesprogramm des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erfolgreich um. Zunächst lief das Programm bis 2019 und leistete bundesweit so gute Arbeit, dass es von Bundesministerin Dr. Franziska Giffey entfristet wurde. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass die praktische Arbeit vor Ort das Fundament von Demokratieförderung und Extremismusprävention sind. Deshalb müssen bewährte Konzepte gefestigt, unterstützt und bedarfsorientiert ausgebaut werden“, heißt es in der Begründung der Ministerin.
Kreisdirektor und Sozialdezernent Dirk Brügge freut sich, dass seit 2015 insgesamt 19 lokale Projekte aus dem Aktions- und Initiativfonds gefördert werden konnten. „Mit dem Programm haben wir bereits viele vorbildliche Projekte auf den Weg gebracht. Weiterhin können Vereine und Verbände aus dem Kreis, die sich gegen extremistische Tendenzen stark machen, bei uns einen Antrag auf Förderung stellen“, sagt Brügge. Bezuschusst wurden unter anderem Exkursionen für junge Leute nach Buchenwald und Berlin. Interaktive Theaterstücke an Schulen wurden ebenso ermöglicht wie ein Benefiz-Event zur Würdigung des Ehrenamtes und eine Reihe von künstlerischen Projekten. Mit der Förderung von „Demokratie leben“ wurde ein Café für Frauen in Meerbusch eröffnet, in dem sich Frauen mit und ohne Migrationshintergrund treffen und das bis heute erfolgreich weiterläuft. Darüber hinaus fanden jährlich Demokratiekonferenzen statt, zuletzt mit einem Vortrag des Verfassungsschutzes NRW zur Gefahr durch die Verbreitung von extremistischem Gedankengut.
Im September ist ein Demokratiefestival geplant unter anderem mit Kinderliedersänger Stefan Strohhut, einem Rap und Poetry Slam Workshop und Vorlesestunden für Kinder. Außerdem gibt es schon zahlreiche weitere konkrete Ideen: ein Pre-Alphabetisierungskurs für Menschen, die auf reguläre Sprachkurse warten, und eine Fortbildung für Lehrkräfte zum Thema Demokratievermittlung in der Schule. Im Rhein-Kreis Neuss wird das KI bei der Umsetzung des Programms vor Ort von der Koordinierungs- und Fachstelle des Fachdienstes für Integration und Migration der Caritas-Sozialdienste Rhein-Kreis Neuss und der Jugendberatungsstelle der Diakonie im Rhein-Kreis Neuss unterstützt. In einem Begleitausschuss sitzen Akteure aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft; außerdem wurde ein Jugendforum ins Leben gerufen.
Weitere Informationen zu dem Programm gibt es im Internet unter www.rhein-kreis-neuss.de/demokratie-leben sowie bei Julia Meisel unter Tel. 02181 601-5065 sowie per E-Mail unter julia.meisel@rhein-kreis-neuss.de.
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