Berufsparcours im Rhein-Kreis Neuss: Unternehmen und Schülerinnen und Schüler der Berufsbildungszentren finden in neuem Format zusammen
Erstmalig in Deutschland fand in dieser Woche der Berufsparcours an den vier kreiseigenen Berufskollegs statt. Das Format bietet Jugendlichen die Gelegenheit, Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen und Ausbildungsberufe anhand praktischer Übungen kennenzulernen. Die Kommunale Koordinierung KAoA im Rhein-Kreis Neuss wirkte aktiv bei der Organisation und Ansprache der beteiligten Unternehmen mit.
„Ziel der Veranstaltung ist es, den Jugendlichen die Chance zu bieten, sich eigenverantwortlich zu präsentieren und damit ihre Motivation und Berufswahlkompetenz zu stärken“, erläutert Kreisdirektor Dirk Brügge. Im Juli fand im BTI bereits ein Pilot-Durchlauf mit etwa 40 Schülerinnen und Schülern statt. Dabei konnten sich die Berufsbildungszentren selbst, Unternehmen und Kooperationspartner wie die Arbeitsagentur von dem Format überzeugen. Nachdem die erstmalige Durchführung des Berufsparcours an einem Berufskolleg erprobt werden konnte, nahmen nun in der lange geplanten Umsetzung an allen kreiseigenen Berufskollegs jeweils bis zu 500 Schülerinnen und Schüler an dem Angebot teil.
Entwickelt von Sozialunternehmerin Karin Ressel (Technikzentrum Minden-Lübbecke) ermöglicht der Berufsparcours Jugendlichen praktisch zu erfahren, was ein bestimmter Ausbildungsberuf erfordert. Der Parcours umfasst mehrere Stationen, an denen die Jugendlichen in je 10 Minuten berufsspezifische Aufgaben bearbeiten.
Dabei beobachten erfahrene Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Personalverantwortliche der Unternehmen, ob sie unter den Jugendlichen Talente für ihren Berufsstand entdecken. Diese können sie im Anschluss zu einem Praktikum oder Vorstellungstermin einladen. Umgekehrt können die Jugendlichen Unternehmen ansprechen, die ihr Interesse geweckt haben.
Finanziert werden die vier Berufsparcours für das Schuljahr 2022/2023 durch die Werhahn Stiftung, Neuss. Dabei arbeitet sie eng mit dem Rhein-Kreis Neuss, insbesondere der Kommunalen Koordinierung der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule Beruf in NRW (KAoA)“ zusammen.
An einer zusätzlichen Station konnten sich die Jugendlichen über das Onlinebewerberbuch informieren. Unter 321fachkraft.de können sie sich ab sofort kostenlos registrieren und von teilnehmenden Unternehmen kontaktiert werden. Insbesondere Schülerinnen und Schüler, die aktuell noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind, waren von der Idee begeistert und freuten sich über die einfache Möglichkeit Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen. Das Portal steht nun auch Ausbildungssuchenden, die nicht mehr zur Schule gehen, kostenlos zur Verfügung.